Die Sanktionspolitik gegen Russland hat die dortige Wirtschaft eben nicht wie beabsichtigt ins Mark getroffen: Stattdessen führte sie neben negativen Effekten auch zu steigenden Öl- und Gaspreisen. Der Export dieser Rohstoffe und die Dividenden der Gas- und Ölkonzerne tragen bekanntlich entscheidend zur Finanzierung des russischen Staates bei. Insofern ist es wenig überraschend, dass der russische Fiskus im ersten Halbjahr offenbar einen Haushaltsüberschuss von umgerechnet 23 Milliarden verzeichnen konnte.
Vor allem aber dürfen Sanktionen niemals dem sanktionierenden Land stärker schaden als dem sanktionierten. Genau das ist bei den steigenden Energiepreisen jedoch für die deutschen Bürger, Unternehmen und Staatshaushalte der Fall.
Insofern ist die Sanktionspolitik in diesem Fall besonders spektakulär gescheitert. Ein Paradebeispiel für die erratische deutsche Politik der Gegenwart, zu der einzig die AfD eine Alternative darstellt.
Gleichwohl können wir angesichts der überwiegend dem Öl- und Gasverkauf geschuldeten schwarzen Zahlen aus Moskau dennoch optimistisch sein, dass der Gasexport nach Europa kommende Woche wieder aufgenommen wird: Die Abhängigkeit ist gegenwärtig eben doch eine beidseitige, zumal noch keine Infrastruktur für umfassende Gasexporte nach Asien bereitsteht.