Während bereits an einer Neuauflage von Grün-Schwarz gearbeitet wird, sind nun doch noch kritische Stimmen von Führungsfiguren der baden-württembergischen CDU zu vernehmen. Der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, Bastian Atzger, bemängelt dabei insbesondere eine schlechte Planung und Ausführung des Wahlkampfes durch CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel. Der Wahlkampf habe einer Fahrt im Schlafwagen geglichen, noch dazu sei Hagel unbeholfen aufgetreten.
All das mag stimmen, aber gerade von einem Mittelstandspolitiker wäre hier inhaltliche und strategische Kritik angebrachter gewesen. Statt wie im EU-Parlament und in Kreistagen nun auch im Landtag die „Brandmauer“ einzureißen, kettet sich die CDU nämlich weiter als Koalitionspartner an die Grünen und trägt dafür zum Leidwesen der heimischen Wirtschaft eine zerstörerische ökosozialistische Agenda mit. Wäre die Union stärkste Kraft geworden, hätte dies inhaltlich daher kaum Auswirkungen gehabt.
Insofern spricht aus solchen Kommentaren primär die Verzweiflung darüber, dass die AfD die Union wegen deren Linksrutsch inhaltlich schon längst als führende Partei rechts der Mitte abgelöst hat. Auch bei den Wählerstimmen ist dies in Baden-Württemberg aber nur noch eine Frage der Zeit. Schließlich ist die AfD-Wählerschaft weitaus jünger, und immer mehr Bürger durchschauen die Tatsache, dass Konservatismus bei der Union nur noch Wahlkampf-Folklore ist.