Der Skandal um den CDU-nahen Kulturstaatsminister und Merz-Vertrauten Wolfram Weimer und dessen Mediengruppe weitet sich aus: Nach den erfundenen Autoren und der Unehrlichkeit zu den Eigentumsverhältnissen (nach wie vor jeweils zu 50 % Eigentum des Ministers und seiner Ehefrau) geht es nun um öffentliches Werben mit indirekter Korruption. Anders lässt es sich kaum bezeichnen, wenn politischer Einfluss „verkauft“ wird.
Die Weimer-Mediengruppe bietet Unternehmen laut Recherchen von „Apollo News“ nämlich nach wie vor (!) diverse Pakete für 40.000 bis 80.000 Euro an, die beispielsweise gemeinsame Podiumsdiskussionen oder Abendessen mit Regierungsmitgliedern umfassen.
Ob hier bereits die Grenze zur Strafbarkeit überschritten wurde, sollen Gerichte entscheiden. Völlig unstrittig ist aber, dass solche Geschäfte, bei denen Korrumpierbarkeit zumindest suggeriert wird, unethisch, unseriös und eines Regierungsmitglieds unwürdig sind.
Wolfram Weimer muss daher endgültig zurücktreten oder vom Bundeskanzler entlassen werden. Falls zudem Friedrich Merz von diesen Geschäften gewusst haben sollte, hätte dieser damit seine nicht nur politische, sondern auch charakterliche Nichteignung als Bundeskanzler endgültig unter Beweis gestellt.